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Wie die Telekom ihre Kunden belügt

Heute mal ein Post, in dem es nicht um Fotografie geht. Es geht um die Telekom, genauer gesagt um deren Telefon-Hotline, noch genauer gesagt um die Leute, die per Telefon Dinge verkaufen (wollen). So bekam ich die Tage auf meinem Handy einen Anruf von einer netten Dame vom Telekom-Service, welche sich dafür bedankte, dass ich schon so lange Kunde bei der Telekom sei. Und weil ich so ein treuer Kunde wäre, wolle man mir ein spezielles Angebot machen: Ich solle zusätzlich zu meinem bestehenden Vertrag eine zweite SIM-Karte, eine sogenannte „CombiCard“ bekommen, und das zu einem tollen Preis. Statt der bisherigen 39,95, die ich für meinen Complete Mobil-Tarif zahle, solle ich laut der Dame nur noch 19,95 zahlen müssen, und hätte dann auf der zweiten Karte zusätzlich nochmal 120 Freiminuten sowie eine D1- und Festnetz-Flatrate.

Das kam mir schon etwas komisch vor… die Telekom schenkt mir die halbe Grundgebühr und obendrauf noch eine zweite SIM-Karte mit Freiminuten? Wenn etwas zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es das in der Regel auch nicht. Also nochmal nachgefragt: Ich zahle dann in Zukunft wirklich nur noch 19,95 im Monat, und nicht etwa 39,95 PLUS 19,95 für die zweite SIM-Karte? Ja, genau so sei das, versichert mir die Dame, nur 19,95 im Monat. Na gut, denke ich mir, eine zweite Karte brauche ich zwar nicht, aber gegen eine Halbierung der Grundgebühr habe ich natürlich auch nichts, und das erkläre ich der Dame am Telefon auch. Klar, sagt sie, würde sie ja auch machen, sei doch eine tolle Sache. Sie müsse das ganze jetzt nur noch einmal zu Dokumentationszwecken aufzeichnen. Ich frage nochmal nach: Und ich habe dann in Zukunft tatsächlich nur noch 19,95 auf der Rechnung stehen, und nicht etwa noch die 39,95 vom regulären Tarif? Ja, genau. Na gut, dann passt ja alles, also beauftrage ich sie mit der Änderung. Sie bestätigt mir die Buchung des Tarifs CombiCard Call L und verabschiedet sich.

Nach einer Weile werde ich aber etwas misstrauisch und schaue mal auf der Telekom-Website nach, was es denn mit diesem Tarif auf sich hat. Und siehe da, der Tarif „Call L“ besagt, dass man tatsächlich 19,95 zahlen muss – ZUSÄTZLICH zum regulären Tarif. Mir schwant übles… Kann es sein, dass mich die Mitarbeiterin der Telekom geradeheraus angelogen hat, was die Kosten des von ihr angepriesenen Tarifes angeht? Das darf doch eigentlich nicht wahr sein.

Da die Hotline der Telekom oft genug total überlaufen ist, entschließe ich mich, über Twitter Kontakt mit dem Kundendienst aufzunehmen und einfach mal nachzufragen, was denn nun genau auf meinem Account gebucht wurde und was ich jetzt demnächst wirklich bezahlen soll. Nach ein paar @-Replies und wenigen Direktnachrichten schildere ich meine Frage  per eMail und erhalte kurz darauf Nachricht, dass mein Anliegen geprüft werde und ich voraussichtlich morgen eine Antwort erhalten werde (es ist kurz vor 20 Uhr und dann hat der Twitter-Kundendienst Feierabend). Am nächsten Tag erhalte ich dann einen Anruf von einer sehr freundlichen Dame aus dem Twitter-Team der Telekom, welche meine Befürchtungen bestätigt: Nach aktuellem Stand ist die CombiCard zusätzlich zu meinem normalen Tarif gebucht, so dass ich in der Summe knapp 60 Euro monatlich zahlen müsste. Sie fragt noch einmal nach, wie das Gespräch mit der Kundenberaterin vom Vortag gelaufen ist und ist vom dreisten Verhalten der Kollegin wenig begeistert. Leider ist sie jedoch nicht in der Lage, herauszufinden, wer diese Buchung vorgenommen hat, und auch mir ist der Name der lügenden Verkaufsberaterin entfallen. Sie entschuldigt sich mehrfach für das Verhalten der Kollegin und storniert dann die Buchung der CombiCard. Gut, dass ich nochmal nachgefragt habe, denn hätte ich mich erst nach der ersten Rechnung über 60,- Euro beschwert, wäre die Widerrufsfrist schon abgelaufen gewesen, und ich hätte die CombiCard für die nächsten Monate zahlen müssen.

Was bleibt? Ein großes Kompliment an das Twitter-Team von @Telekom_hilft, die schnell und unkompliziert geholfen haben, und eine riesen Wut auf die Verkaufs“berater“ der Telekom. Es ist ja per se nichts verwerfliches daran, wenn man seinen Kunden noch die eine oder andere Option zusätzlich zum bestehenden Vertrag verkaufen möchte. Was aber gar nicht geht, ist, den Kunden über die tatsächlichen Kosten zu belügen, um ihn so zum Abschluss zu bewegen. So etwas kann man schon nicht mit Neukunden machen, und erst recht nicht mit Bestandskunden! Nach der Aktion habe ich erstmal sämtliche Kommunikation zum Thema Angebote unterbunden (man kann das in der Kontoverwaltung online abwählen) und denke ernsthaft darüber nach, den Mobilfunkanbieter zu wechseln. Tut mir dann zwar leid für die wirklich vorbildlich arbeitenden Leute vom Twitter-Team, aber wenn ich als Kunde offen angelogen werde ist, um es mit Wulff zu sagen, „der Rubikon überschritten“.

9 Kommentare zu “Wie die Telekom ihre Kunden belügt
  1. Manuel

    Kann ich 1:1 bestätigen, genau so lief mein Gespräch auch gerade ab. Allerdings hatte ich einen Herren an der Leitung. Sobald die Karte hier eintrudelt, werde ich direkt widerrufen. Frechheit von Tmobile!

     
  2. Geoffrey

    Ich hatte bereits 2 mal so einen Fall. Zwar jeweils ein anderes Thema (Tarif/Option/Angebot) aber von der vorgehensweise tatsächlich ähnlich dem Bericht!
    Einer ist sogar laut geworden, weil er mich nicht überzeugen konnte bzw. ich sein „Angebot“ nicht annehmen wollte.

    Schon dreißt was da manchmal abgeht.

    Gut dass das nur die Minderheit. Aber das reicht eigentlich schon!

    Gruß

     
  3. Ben

    Genau das ist mir am Wochenende auch passiert. Trotz Nachfrage über den Preis belogen. Das ist eine echte Frechheit. Und scheinbar will die Telekom auch weiter nichts in der Sache unternehmen, weil es scheinbar lukrativ genug ist. Denn wenn ich mir das Postdatum ansehe ist es der Telekom schon lange genug bekannt.

    Gruß

     
  4. Matze

    Ich musste im September eine ähnliche Erfahrung machen. Anruf des Telekom Service-Teams, der Herr am andern Ende der Leitung hat mir ebenfalls ein Angebot für eine Combicard gemacht. Ich habe einen Mobile L vertrag bei der Telekom, als Dank meiner Kundentreue (über 10 Jahre) würde ich ohne Zusatzkosten eine Combicard bekommen, welche erst dann Kosten verursachen könnte, wenn ich diese auch benutzen würde. Ich habe mich auch mehrmals mit Rückfragen an den netten Herren versichert, das für mich keine monatlichen Grundkosten entstehen würden. 15 Tage später (Briefumschlag mit Combicard immernoch geschlossen) bekomme ich meine erste Rechnung über 10€ Grundgebühr Monatl. für eine „CombiCard S“ (Vertragslaufzeit 24M).
    Nach mehreren Telefonaten und e-mails an die Telekom habe ich immer die gleiche sture Antwort bekommen, das 14 tägige Rückrittsrecht welches ich verstreichen lies.
    Die Möglichkeit das Gespräch bei dem der Vertragsabschluss getätigt wurde noch einmal zu hören gäbe es nicht.
    Ich habe darauf hin sofort meinen t-mobile Vertrag gekündigt und ein Beschwerdeschreiben verfasst. Die Antwort steht noch aus.
    Auf der Bestätigung meiner Kündigung wurde mir mitgeteilt, dass sich mein CombiCard-Vertrag automatisch in einen Call S Vertrag ändert, welcher mich dann 14,99 monatl. kostet.
    Ich finde es eine bodenlose Frechheit, dass mir die Telekom unter angaben falscher Tatsachen eine Combicard aufschwatzt und mir so Kosten von insgesamt 360€ entstehen. Das ist Betrug!

    Grüße

     
  5. Anna

    Hoffentlich spricht sich das weiter herum. Zusagen am Telefon ohne etwas schwarz auf weiß zu haben, habe ich mir daher abgewöhnt. Bei meinem DSL-Anbieter lief es (ging um Vertragsverlängerung) ganz ähnlich. Die Dame am anderen Ende war in ihrer Stimmung ganz geknickt, als ich meinte, ich könne jetzt aus dem Stegreif keine Entscheidung treffen und sie möge mir doch bitte die Vertragsunterlagen zur Ansicht und Unterschrift postalisch zukommen lassen. Ob ich den neuen Konditionen dann zugstimmt habe? Konnte ich nicht, denn sie hat mir die Unterlagen nicht geschickt … habe mich dann selbst noch mal um bessere Konditionen bemüht, aber auch das war eine Odysse. Das Ergebnis: bessere Konditionen, schlechtere Leistung. Vorher hatte ich konstant 1,5 Mbit/s nun 600 Kbit/s.

     
  6. Eric

    Genau der selbe Mist ist mir auch passiert eine penetrante Telekom-Verküferin hat vorgemacht ich würde Geld einsparen und es wäre eine Art update meines Tarifes. Absolute kriminelle Abzocke und die Telekom tut nichts dagegen. Da scheint Methode dahinter zu stecken.

     
  7. Therese

    Hallo,
    genau dasselbe ist mir auch passiert.
    Leider schon im August und ich habe jetzt erst gemerkt, dass
    ich 25€ zusätzlich zahle.
    Ich weiss, jetzt fragen alle, wie man das nicht bemerken
    kann…..
    Kann den die Telekom beweisen, dass ich eingewilligt habe?
    Das Telefonat as Beweis zählt doch nicht, denn wenn sie das vor
    Gericht vorspielen würden, würde jeder hören, dass der
    Berater mir gesagt hat, es wäre kostenlos…
    Oder schneiden die sich die Aufzeichnung passend zurecht?
    Was tu ich am Besten?
    Mit Anwalt drohen oder lieber auf enttäuschte,
    treue Kundin tun?
    Danke schon mal für eure Antworten.

     
  8. J.-C.

    Generell handelt es sich bei diesen Sachverhalten um arglistige Täuschung und kann nach §123 BGB angefochten werden. Die Anfechtungsfrist beträgt 1 Jahr nach Erlangen der Kenntnis über diese Täuschung. Ein Widerrufsrecht kann hier nicht geltend gemacht werden, da dieses aufgrund der arglistigen Täuschung hinfällig ist.
    Ich kann nur dazu raten, dass jeder Betroffene sich an einen Anwalt wendet. Die entstehenden Kosten muss dann der Schuldner (Anbieter) tragen, sofern es sich nachweislich um eine Täuschung handelt. Wer rechtschutzversichert ist hat es etwas einfacher bzgl. der anwaltlichen Kosten. Der Anbieter selbst ist beweispflichtig, dass der Kunde korrekt aufgeklärt und unterrichtet wurde (Aufzeichnung Telefongespräch im Original). Im Falle der arglistigen Täuschung kann auch ein Schadenersatzanspruch (in Höhe der Mehrkosten und des entgangenen Nutzen) geltend gemacht werden – dies sollte aber mit dem Anwalt jeweils besprochen werden.
    In solchen Fällen zeigen sich die Anbieter selten kulant und daher bleibt einem nur der Weg zum Anwalt – und die „Angsthasen“ beißen in den sauren Apfel und nehmen die Verarsche einfach hin… Habt also einfach „Eier“ und wehrt euch, dafür gibt es in Deutschland das BGB und juristische Institutionen!

     
  9. Willi

    Es ging mir auch schlecht mit der Telekom,mündlicher Vertrag aufgezeichnet,Zusicherung Tarif Magenta also DSL 50000 für 30 Euro Monatlich inkl. Telefon und Internet Flat.Nach vier Wochen Nachfrage, was mit dem Vertrag ist, ja mein Geburtsdatum hätte gefehlt ,nach über 20 Jahren als Kunde. Dann erhalte ich endlich die schriftliche Bestätigung,wobei der Preis jetzt 39,95 Euro ist.Anruf ich will den Vertrag anhören und eine Kopie,dies sei nicht möglich,der Vertrag,die Aufzeichnung des Telefonats, nach 24 Stunden gelöscht.Eine unglaubliche Verarschung,als ich freundlich vom einschalten eines Anwalts rede,sagt die Dame vom „Service“ tschüss und legt einfach auf.

     

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