Der neueste Hype: 500px
Nachdem mittlerweile ja fast jedes Fotografie-Blog, das was auf sich hält, darüber berichtet hat, muss ich auch mal meinen Senf dazu geben. Die Rede ist vom Thema 500px, einer neuen “social networking” Seite im Bereich der Fotografie. Was ist nun das besondere an 500px? 500px ist wie flickr, aber viel schöner, besser, kommunikativer.
Zunächst einmal: Schöner. Alle Fotos, die man bei 500px hochlädt, lassen sich als ein Portfolio in einer Slideshow mit wählbarem Design darstellen. Das ist nicht nur praktisch, es sieht auch noch extrem gut aus. Kein Vergleich mit der hässlichen Vollbild-Slideshow von Flickr (die auch noch alle Fotos furchtbar pixelig darstellt). So hat die Webseite gleich einen ungeahnten Mehrwert: Ich kann als professioneller, angehender oder Hobbyfotograf nicht nur meine Fotos ins Netz stellen, ich habe auch gleich die Möglichkeit, sie an Ort und Stelle in ansprechender Weise zu präsentieren und z.B. potentiellen Kunden so einen Einblick in mein Portfolio zu gewähren. Bonus: Die Slideshows funktionieren ohne Flash, sind also auch auf iOS Geräten problemlos zu betrachten. Darüberhinaus lässt sich die Slideshow auch unter einer eigenen Domain anzeigen, so man denn eine hat. Auch wiederum gut für professionelle Fotografen, wirkt eine URL wie “http://portfolio.fotografenwebseite.com” doch besser als “http://benutzername.500px.com”, wenngleich es natürlich auch schlimmeres als letzteres gibt.
Dann auch: Kommunikativer. Auf 500px gibt es die Möglichkeit, jedes einzelne Bild zu bewerten. Dazu gibt es auf der Seite jedes Fotos einen “like” und – besser als bei Facebook – auch einen “dislike” Button. Außerdem können Fotos als Favoriten gekennzeichnet werden und natürlich auch kommentiert werden. Aus diesen ganzen Faktoren berechnet 500px einen Zahlenwert für jedes Bild, und je höher dieser Wert ist (also je mehr likes, Kommentare, Favoriten und je weniger dislikes), desto “besser” ist das Bild. Wofür ist dieser Wert gut? Nun, dieses Bewertungsverfahren ist der eigentliche Clou an 500px und der Grund, weshalb ich es sehr viel besser als Flickr finde…
Thema: Besser. In Flickr finde ich es immer eine Qual, neue und vor allem “gute” Bilder zu finden. Wenn man den Photostream eines bestimmten Fotografen hat, kann man sich dort mühsam durchklicken, aber an Mitteln, die Gesamtheit der Fotos auf flickr nach guten Bildern zu durchforsten, fehlt es irgendwie. Hier ist 500px unendlich viel besser. Auf 500px werden alle Fotos bestimmten Kategorien zugeordnet. Die Bilder, die im gerade erklärten Verfahren das beste Ranking bekommen haben, landen in der Kategorie “Popular”, die Bilder, die eine sehr gute aber für “Popular” noch nicht ausreichende Bewertung haben kommen in “Upcoming”, ganz neue Fotos landen – unabhängig von ihrer Bewertung – in “Fresh”, alle als Favoriten markierten Bilder in der Kategorie “Favorites” (logisch, oder?) und dann gibt es noch die “Editor’s Choice”, in welcher die Betreiber der Seite Fotos nach Gutdünken und Gefallen auswählen. Mit Hilfe dieser Kategorien findet man in Windeseile tolle Bilder. So gut wie alles, was in “Popular” und “Upcoming” gelistet ist, ist großartig, mir persönlich gefällt aber vor allem die Kategorie “Fresh”. Völlig unsortiert trifft man hier immer wieder auf echte Schätze, Fotos aus aller Herren Länder und völlig unterschiedlichen Kategorien (von Hochzeits- über Tier- und Fashion- bis zur Streetfotografie und Food ist alles dabei) das “durchblättern” macht großen Spaß. Und hiermit schließt sich der Bogen zum Thema “Kommunikativer”: Wenn ich jetzt hier anfange, neue und unbewertete Bilder zu liken oder als Favorit zu adden, helfe ich mit, diese – sollten noch mehr Leute so denken – in die Kategorie “Popular” zu bringen.
Darüber hinaus kann man den Fotografen, deren Fotos einem besonders gut gefallen, genau wie auf Twitter folgen, so dass man auf seiner 500px-Homeseite immer die aktuellsten Fotos der Lieblingsfotografen präsentiert bekommt. Dieses Kategorien-Browsing ist mittlerweile meine absolute Lieblingsbeschäftigung auf 500px geworden, bekommt man doch einen ungeheuren fotografischen Input und tolle Bilder zu sehen. Dieses Durchbrowsen und Fotos liken fördert darüberhinaus auch die kommunikative Seite, ist man bei Fotos, die einem gefallen doch eher dazu geneigt, einen positiven Kommentar zu hinterlassen oder mal nachzufragen, wie der Fotograf denn nun diesen oder jenen Effekt im Bild erzielt hat.
Ihr merkt es schon, ich bin von 500px begeistert, und kann jedem, der sich für Fotografie interessiert nur empfehlen, sich dort auch anzumelden und mitzuvoten und zu kommentieren.
Ach so, zum Schluss noch die wichtige Frage: Was kost’ der Spaß? Erstmal nix. Account erstellen und Bilder hochladen ist kostenlos, unterliegt aber ein paar Einschränkungen: Man kann maximal 20 Bilder pro Woche hochladen (kostenflichtiger “Awesome”-Account: unbegrenzt), man kann in seiner Portfolio-Slideshow nur eine Kategorie anlegen (sonst unbegrenzt) und man hat nur auf bestimmte “Basisdesigns” für die Slideshow Zugriff (“Awesome”-Mitglieder können aus mehr Designs auswählen). Außerdem gibts als “Awesome”-Nutzer glaube ich auch mehr Optionen bei der Einbindung der Slideshow in eine eigene Domain, da bin ich mir aber gerade nicht ganz sicher, was das betrifft. Wer die ganzen Extras braucht (ich bisher nicht) kann dafür $50 im Jahr zahlen, das ist teurer als ein flickr-Pro-Account, bringt aber auch ne ganze Menge mehr.
Eine Sache bleibt noch zu erwähnen: 500px versteht sich glaube ich schon ein bisschen als die “Elite” unter den Bilder-Webseiten im Netz, wie auch das sehr auf Qualitätssicherung und “Schrott aussieben” ausgelegte Bewertungssystem zeigt. Es ist daher (schon allein wegen der Begrenzung auf 20 Bilder/Woche im free-Account) nicht geeignet, einen Haufen Urlaubsschnappschüsse oder sonstige “Massenfotos” zu veröffentlichen. Da sind Flickr oder andere Dienste wie Googles Picasa sicher praktischer und besser für geeignet. Mein Portfolio auf 500px findet ihr übrigens hier (ist auch oben auf dem Blog verlinkt), meine “User-Seite” hier.
MehrEvernote
Nachdem ich letzte Woche ja schon von Genie Timeline geschwärmt habe, kommt hier die nächste Software-Empfehlung von mir. Es geht um Evernote, ein cross-platform Notizprogramm.
Evernote läuft auf Windows PCs und Macs sowie auf fast allen mobilen Geräten, wie iPhone, iPod touch, iPad, Android, Palm, Blackberry etc. Die Idee dahinter ist einfach, aber genial: Alle Notizen, die man im Programm speichert, werden autmatisch in die cloud (um mal das neueste Modewort zu verwenden) geladen und mit allen anderen Geräten synchronisiert. Wenn mir also unterwegs einfällt, dass ich noch dieses oder jenes erledigen muss, mache ich mir auf dem Handy eine Notiz in Evernote und habe diese dann automatisch zu Hause auf dem Computer. Dabei ist Evernote nicht auf reine Textnotizen beschränkt, sondern man kann auch Fotos und Sprachmemos “notieren” und diese (z.B. auf dem iPhone mittels GPS) mit Ortsangaben versehen. Das ganze sieht auf dem PC dann beispielsweise so aus:
Das Programm sieht ein bisschen so aus, wie die Vertikalansicht mancher eMail-Clients. Links hat man die grobe Übersicht, in welcher man – wie bei mir z.B. “Uni” – unterschiedliche Notizbücher anlegen kann. Hier finden sich auch gelöschte Notizen und die Rubrik Schlagwörter, mit Hilfe derer sich Notizen besser ordnen und später über die Suchfunktion schneller finden lassen. In der mittleren Spalte wird dann das gerade gewählte Notizbuch angezeigt und ganz rechts kann man eine einzelne Notiz – hier gerade eine Literaturrecherche – ansehen. Die Notizen lassen sich mehr oder weniger frei formatieren, auch Hyperlinks sind möglich. Wie man sieht lassen sich sogar Bilder in die Notiz einfügen bzw. werden automatisch eingefügt, wenn man den Inhalt einer Webseite als Notiz speichert.
Auf dem iPhone (hier mal stellvertretend für alle mobilen Geräte) sieht das ganze sehr ähnlich aus, allerdings wird aus Platzgründen immer nur eine Spalte des Hauptprogramms dargestellt. Anbei mal obige Notizen auf dem iPhone. Ein Tap auf die jeweilige Notiz zeigt diese dann vollständig an.
Unten findet sich, wie bei fast allen iPhone Apps, eine Art Navigation, welche weitgehend der linken Spalte der Windows-Version entspricht. Über das große blaue Plus-Symbol lassen sich neue Notizen erstellen, was einen dann zu folgendem Bildschirm führt:
Hier kann man zunächst auswählen, in welchem Notizbuch die Notiz gespeichert werden soll, und ob ein Bild (bestehend oder neu) oder eine Sprachnotiz aufgenomen werden soll. Auch Schlagwörter sowie Standortangaben lassen sich hier vornehmen. Mit einem Tap auf das kleine Tastatur-Icon wandeln sich die grauen Felder in die gewohnte iPhone-Tastatur um und man kann seine Notiz verfassen.
So weit so gut, ich habe Evernote (was ja bei Leibe keine brandaktuelle Neuigkeit ist) schon länger auf dem PC und auf dem iPhone installiert und auch ab und an (mehr oder minder regelmäßig) verwendet. Was es in meinen Augen jetzt aber zu einer der praktischsten Apps überhaupt macht ist der Evernote Web Clipper. Dabei handelt es sich um eine Extension für alle handelsüblichen Internetbrowser (Firefox, Safari, Chrome, IE), welche ein kleines Evernote-Icon in der Symbolleiste des Browsers plaziert.
Mit Hilfe dieses Icons lassen sich ganze Webseiten bzw. der gerade auf einer Seite markierte Text (und auch Bilder, wie wir oben gesehen haben) mit einem Klick als Notiz zu Evernote hnizufügen. Somit kann man sich Inhalte aus dem Web, seien das nun interessante News, Kochrezepte oder, wie in meinem Fall, Literaturangaben aus einer Datenbank blitzschnell und ohne größere Umwege auf den heimischen PC und das Handy ziehen. Genial.
Das Beste noch zum Schluss: Evernote ist komplett kostenlos. Es gibt allerdings eine kostenpflichtige Premiumversion ($5 im Monat oder $45 im Jahr), welche folgende Vorteile bietet: 1GB statt nur 60MB pro Monat Traffic für Notizen und Dateien, Upload aller Dateitypen statt nur Bild-, Ton-, Handschrift- und PDF-Dateien erlaubt, besserer Support, Texterkennung auch in PDFs sowie Werbefreiheit (wobei mir selbst in der kostenlosen Version keine großartige Werbung aufgefallen ist). Wer’s wirklich viel und insbesondere für Bilder nutzt mag beim Traffic an die Grenzen der kostenlosen Version stoßen, für mich (der ich fast ausschließlich Text synchronisiere) waren die 60MB/Monat bisher absolut ausreichend.
MehrOur latest creation
Da ist es also nun, nachdem alle Welt schon Wochen und Monate darüber spekuliert hat: Das Apple iPad. Ein Tablet-”Computer” mit knapp 10″ großem Touchscreen, 16-64GB Speicher und einer CPU mit genug Leistung, um (fast-)HD-Videos flüssig wiederzugeben. Dazu das aus dem iPhone bekannte Betriebssystem inklusive aller Späße wie Bewegungssensoren, Mutlitouch-Gesten etc.
Die Idee, ein nicht zu großes, einfach zu bedienendes Gerät zu haben, mit dem man Filme ansehen, ebooks lesen, Mails schreiben und im Internet surfen kann ist ziemlich klasse, und das ganze dann auch noch gepaart mit der wirklich intuitiven und kinderleichten Steuerung des iPhones lässt auf ein wirklich geniales Gadget hoffen.
Ich werd’s mir aber trotzdem nicht kaufen. Warum? Nun, zum einen der Preis: Mit knapp 500 USD startet das iPad zwar in Apple-untypisch niedrigen Preisregionen, will man aber das ganze Potential des Gerätes nutzen, so muss man eigentlich zur größten Version (64GB Speicher) mit 3G greifen, und dann ist man bei stolzen 830 USD. Warum die größte Version und mit UMTS? Erstens, wenn ich ein Teil mit so großem Bildschirm mit mir rumtrage, dann will ich auch eine ordentliche Sammlung Videos dabeihaben – da sind 64GB eigentlich eh schon zu wenig, das reicht in HD-Auflösung ja nichtmal für eine Staffel der neusten TV-Serie. Zweitens, wenn ich meine Literatur (und ich hoffe, dass da zu den bisher verfügbaren Büchern auch noch Zeitschriften und Zeitungen dazukommen) schon digital lese, dann will ich auch immer und überall Zugriff auf die neusten und aktuellsten Titel haben. Wenn ich mir erst ein WLAN zum Downloaden der heutigen Zeitung suchen muss, kann ich auch gleich zum Kiosk gehen. Also, die größte, beste, tollste Version, drunter macht’s keinen Sinn. Was aber kriege ich für meine 800 USD? Ein Gerät, dass ungefähr so groß und schwer ist wie ein Netbook, ungefähr das doppelte kostet und nichtmals die Hälfte der Anschluss- und Erweiterungsfähigkeit eines Netbooks bietet.
Damit wären wir beim zweiten Grund, weshalb ich es nicht kaufen werde (und einer Sache, die mich auch beim iPhone desöfteren aufregt). Die mangelnde Ausstattung, was Schnittstellen angeht: USB-Sticks, Speicherkarten, Digitalkamera oder eine externe Festplatte anschließen und schnell meine Daten und Bilder sichern? Nix da, und wenn dann nur mit kostenpflichtigem Zubehör. Diese Daten dann (via USB-Stick, Festplatte, Speicherkarte etc.) an Andere weitergeben? Dürfte wie beim iPhone Fehlanzeige sein. Stattdessen brauche ich immer einen extra Computer, um das iPad mit neuen Daten zu versorgen (oder ich kaufe sie online im iTunes/iBook-Store, das geht aber natürlich nur mit Musik, Apps und Büchern).
Letzteres ist auch der Grund, weshalb das iPad in meinen Augen auch nicht wirklich als “Computer for the masses” für Oma und Opa geeignet ist. Ein Webbrowser, der einen signifikanten Teil der Seiten im Internet mangels Flash nicht richtig darstellen kann, die fehlende Möglichkeit, eigene Dateien (z.B. Bilder) ordentlich zu verwalten sowie diverse andere Einschränkungen dürften bei dieser Zielgruppe wohl eher zu Frustration als einem “Aha”-Erlebnis führen.
Würde das Ding in der größten Ausstattung die Hälfte kosten, oder böte es zumindest ab Werk eine Anschlussmöglichkeit für USB-Massenspeicher und SD-Karten sowie einen ordentlichen Dateimanager dafür, so käme ich wirklich in allergrößte Versuchung. Aber so kaufe ich lieber ein Netbook – auf dem kann ich auch lesen und Videos schauen, der Akku hält auch ordentlich lange und ich kann zumindest unterwegs Date(ie)n austauschen.
MehrForum offline
Da seit einem Update der MySQL-Datenbank das Seniorenheim-Forum nicht mehr richtig funktioniert (es gibt div. Fehlermeldungen beim Erstellen eines neuen Beitrags), habe ich es erstmal deaktiviert. Da sich der Fehler nicht, wie gehofft, mit einem schnellen Update der Datenbankeinträge beheben ließ und die Aktivität im Forum in den letzten Wochen ohnehin gegen 0 gegangen ist, sehe ich auch keinen Grund, noch viel Zeit zu investieren, um das Board wieder richtig ans Laufen zu bringen. Von daher bleibt das Forum jetzt erstmal geschlossen, Kontakt lässt sich ja weiterhin via Facebook, ICQ, Twitter und die Blog-Kommentare halten.
MehrGoogle Apps und Windows 7
Mehr von der Computer-Front: Nachdem ich schon länger mit dem Gedanken gespielt habe, von meinem (kostenpflichtigen) GMX ProMail-Account zu einem (kostenlosen) GoogleMail-Account zu wechseln, und ich ohnehin schon länger eine eMail-Adresse mit “eigener” Domain haben wollte, habe ich vor ein paar Tagen meine gesamten eMails von GMX zu Google transferiert. Jetzt habe ich in der Tat die prototypische Mailadresse “vorname@nachname” – allerdings nicht .com oder .de, sondern .eu. Es gibt anscheinend doch mehr Leute, die so heißen wie ich, wenn man sich ansieht, wie viele TLDs mit meinem Nachnamen schon vergeben sind.
Da ich GoogleMail erstmal testen wollte, bevor ich mir ein eMail-Konto mit eigener Domain eingerichtet habe, habe ich zunächst einen normalen GoogleMail-Account eingerichtet. Leider funktionierte dabei der von Googlemail angebotene Migrationsservice nicht, so dass ich alle meine xx-tausend eMails in größeren Blöcken manuell per IMAP in Thunderbird rüberschieben musste. Habe zwar den Tip bekommen, dies per imapsync zu machen, aber der Aufwand, das ans Laufen zu kriegen, war mir dann doch etwas hoch. Schon blöd, wenn man keinen Linux/Unix-Rechner zur Hand hat. Nachdem ich dann nach ein paar Tagen festgestellt habe, dass Googlemail mir vom Funktionsumfang sehr zusagt (insbesondere das Web-Interface sowie die Möglichkeit, Push-eMail mit meinem iPhone zu nutzen spielten dabei eine Rolle), beschloss ich dann Google Apps für meine eigene Domain einzurichten.
Ich hatte dabei darauf gehofft, dass es doch problemlos möglich sein müsste, einen bestehenden Googlemail-Account zu einem Google Apps-Account umzuwandeln bzw. zu erweitern. Pustekuchen! Anscheinend sind Googlemail und Google Apps zwei völlig verschiedene Dinge, es wird nichtmals so ein POP-Transfer-Service angeboten, wie man ihn zur Migration von einem anderen Mailprovider zu Googlemail verwenden kann (wenn er denn funktioniert). Also habe ich mir erstmal fluchend meine Domain registriert, die entsprechenden DNS-Einträge für Google Apps gemacht und nach einer Stunde oder so lief das ganze dann auch. Ich wollte mich gerade daran machen, meine eMails wieder Gigabyte-weise per Hand durchs Netz zu schaufeln, als ich über den Tipp stolperte, die IMAP-Migration der Google Apps Professional Edition zu nutzen. Diese lässt sich nämlich in vollem Funktionsumfang 30 Tage lang kostenlos testen (sonst kostet sie 40€ pro Account und Jahr) und bietet eine tadellos funktionierende Möglichkeit, eMails inklusive Ordnerstruktur bzw. Labels von einem IMAP-Server zu Google Apps zu transferieren. Das ganze dauerte bei mir eine Nacht, dann waren alle eMails “drüben” und ich habe die Testphase der Professional Edition wieder abgebrochen.
Seitdem genieße ich den Luxus, jede eMail binnen weniger als einer Minute auf dem Handy zu haben und überdies eine eMail-Adresse zu besitzen, die sich von all den anderen @web.de- und @gmx.net-Adressen angenehm unterscheidet.
Zweiter Teil des Blogposts: Windows 7. Nachdem so ziemlich alle Online- und Offlinemedien unisono davon schwärmten, wie gut, problemlos und vor allem schnell Windows 7 selbst auf älterer Hardware laufe, habe ich gestern in einer spontanen Aktion den Wechsel von Vista Home Premium 32bit auf Windows 7 Home Premium 64bit gemacht. Da Windows 7 auf http://www.windows7fuerstudenten.de/ für nur 35,- Euro angeboten wird (aber, wer hätte das gedacht, nur für Studenten), fiel mir der Kauf nicht so wahnsinnig schwer. Aber Achtung: Es handelt sich bei der dort angebotenen Version um ein Upgrade, nicht um eine Vollversion. D.h. man kann das dort erworbene Windows 7 nur legal nutzen, wenn man auch eine gültige (Voll-)Lizenz von Windows XP oder Vista hat. Was das für praktische Konsequenzen mit sich bringt, will ich hier kurz schildern.
Der Upgrade-Pfad für Windows 7 sieht so aus: Wer eine 32bit-Version von Vista oder XP hat, soll auf eine 32bit-Version von Win7 wechseln. Wer schon eine 64bit -Version hat, auf die 64bit-Version. Ein Wechsel von 32 auf 64bit, wie ich ihn vollzogen habe, ist wohl nicht geplant. Da ich aber auf jeden Fall die 64bit-Versio haben wollte, allein schon, um endlich meine gesamten 4GB RAM nutzen zu können, waren mir Microsofts Vorstellungen, wie ich upzudaten hätte, relativ egal. Ich habe mir also die 64bit-Version geholt, und war nach dem Download (den man übrigens nur ein mal tätigen kann, außer man erkauft sich für ein paar Euro extra die Möglichkeit, das System für zwei Jahre beliebig oft herunterzuladen) etwas perplex, als ich mit dem Ordnerinhalt der Win7-Installations-CD konfrontiert wurde. Dies enthält nämlich (logischerweise) nur eine 64bit-Version des Installationsprogramms, was sich aber unter meinem 32bit-Vista nicht starten ließ. Was für den Nutzer äußerst ärgerlich ist, ist für MS nur logisch: Da man nur von einem 64bit-Vista oder -XP auf ein 64bit-Win7 updaten soll, brauchts auch nur ein 64bit-Installationsprogramm. Also musste ich mir aus dem Netz erstmal eine Anleitung besorgen, wie man aus dem Disk-Inhalt, den ich auf Platte hatte (und bei dem es sich unpraktischerweise nicht einfach um ein ISO-Image handelte), eine bootfähige Win7-DVD macht. Der Inhalt ist nämlich, wenngleich es nur ein Update ist, komplett identisch mit einer Vollversions-DVD von Windows 7.
Nachdem ich aus den heruntergeladenen Datein mittels ImgBurn (übrigens ein unglaublich praktisches Programm, noch dazu kostenlos) eine bootfähige DVD erstellt hatte, wollte ich die Installation also angehen. Doch was passierte dann? Beim Starten des Rechners von der DVD bekam ich die lapidare Fehlermeldung “Cannot boot from CDROM. Error 05.” und mein gutes altes Vista fuhr von Platte hoch. Also wieder mal gegoogelt und herausgefunden, dass es mit älteren Mainboards von MSI und AsRock wohl öfter dieses Problem gäbe, da der Bootsektor der Win7-DVD mit diesen inkompatibel ist. Nun ist mein Mainboard weder alt noch von MSI oder AsRock (sondern von Asus), aber was solls. Abhilfe schafft das Erstellen einer Windows7-DVD, bei welcher man den Bootsektor durch einen anderen, z.B. von einer Vista- oder XP-DVD oder dergleichen ersetzt. Dabei ist es auch wurscht, ob es sich um eine 64bit oder 32bit-Version handelt, es geht alles. Also fluchs die nächste DVD mit anderem Bootsektor gebrannt, und siehe da, die Installation startet. Im Laufe der Installation kann man auch bequem die Festplatte (um-)partitionieren bzw. einzelne Partitionen formatieren, und dann geht das Kopieren der Windows-7-Dateien auch schon ohne weiteres Nachfragen los.
Die Installation ging ersten recht flott (würde mal schätzen so 20 Minuten) und zweitens völlig selbständig. Ich wurde weder nach irgendwelchen Treibern, noch nach einer Netzwerkkonfiguration oder der Auswahl bestimmter Komponenten gefragt. Nach einer guten Viertelstunde war die erste Frage von Win7, mit welchem der verfügbaren Drahtlosnetzwerke ich mich verbinden wollte, und wie denn bitte das Passwort für das gewählte Netzwerk sei. Dann wurde nochmal etwas weiterinstalliert, und nach ein oder zwei Neustarts saß ich vor einem arbeitsbereiten System, welches im Hintergrund noch die Treiber für meinen Laserdrucker und meine WebCam runterlud und installierte. Ich war online, alle Hardware (wie Soundkarte, Tintenstrahl- und Laserdrucker oder Webcam) funktionierte, und das System fühlte sich deutlich weniger träge und zäh an als Vista. Weiterer Pluspunkt: Es nervt nicht dauernd mit Fragen, ob diese Programm wirklich installiert oder jene Datei tatsächlich verschoben werden soll. Gerade beim Sortieren des Startmenüs wirklich angenehm, das hat mich bei Vista regelmäßig in den Wahnsinn getrieben.
Die Installation der restlichen Software wie Firefox, Thunderbird, Office etc. ging problemlos und schnell, und die 64bit-Versionen von Adobe Lightroom und Photoshop machen einen wesentlich flotteren Eindruck (zumindest beim Starten) als vorher mit 32bit unter Vista. Soweit alles gut.
Was bietet Windows 7 sonst? Das auffälligste ist die neue Taskbar, bei welcher Programme jetzt nur noch mit ihrem Icon dargestellt werden, und wo nicht mehr zwischen Verknüpfung zum Starten des Programms und dem Symbol des gerade geöffneten Fensters unterschieden wird. Man hat also z.B. nur noch ein Firefox-Symbol in der Taskbar. Klickt man darauf, wenn Firefox noch nicht geöffnet ist, so wird er gestartet. Klickt man darauf, während Firefox schon läuft, so holt man das Firefox-Fenster in den Vordergrund. Hat man mehrere FF-Fenster offen, kriegt man eine Miniaturansicht aller Fenster, indem man den Mauszeiger kurz über dem Firefox-Icon verweilen lässt und kann dann gezielt das gewünschte Fenster nach vorne holen. Das ganze erinnert somit an Apples Dock, ist aber noch etwas vielseitiger und – meiner Meinung nach – beim Arbeiten mit mehreren Fenstern eines Programms noch etwas besser durchdacht als das Dock von MacOS.
Eine weitere Neuerung sind die sogenannten Bibliotheken. Das sind virtuelle Ordner, welche den Inhalt beliebig vieler echter Ordner sozusagen “unter einem Dach” anzeigen. Wenn man z.B. seine Fotos in verschiedenen Ordnern über die ganze Festplatte verstreut gespeichert hat (oder sogar auf verschiedenen Festplatten), kann man diese ganzen Ordner der Bibliothek ‘Bilder’ hinzufügen und muss sich von da an nicht mehr durch alle Ordner hangeln, wenn man ein bestimmtes Bild sucht. Kein gerade revolutionäres Feature, aber dennoch sehr praktisch.
Für mich persönlich sind der ‘gefühlte’ Geschwindigkeitsvorteil sowie das seltener durch Sicherheitsfragen unterbrochene Arbeiten neben dem Upgrade auf ein 64bit-System die wichtigsten Gründe für den Wechsel, die anderen Sachen sind alle nett und schön zu haben, aber sicher kein Muss. Aber es ist ja auch so immer wieder schön, was neues auszuprobieren und eine schöne neue bunte Oberfläche zu haben.
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